Weinsäure

Weinsäure ist seit dem Altertum in Form von saurem Kaliumsalz bekannt (schwer lösliche Verbindung, die als Ablagerung in Weinfässern zu finden war) und wurde 1769 vom schwedischen Chemiker SCHEELE entdeckt, dem die Gewinnung durch Zerlegung des Kalziumsalzes durch Schwefelsäure gelang.

Dieses Gewinnungsverfahren wird heute noch benutzt. Weinsäure kommt in 4 stereoisomeren Formen vor, die von L. PASTEUR (1848 - 1860) bei seinen Forschungsarbeiten zur optischen Aktivität dissymetrischer Moleküle nachgewiesen wurden.

Weinsäure L (+) ist die einzige natürlich vorkommende Form. Es handelt sich um eine im Pflanzenreich in freier Form oder als Salz weit verbreitete Verbindung. Man findet Sie in zahlreichen Früchten, vor allem in Trauben. Bei den zur Herstellung benötigten Grundstoffen handelt es sich ausschließlich um natürliche Rückstände aus der Weinherstellung.

Synonyme
  • Natürliche Weinsäure
  • Dextrogyre Weinsäure
  • Weinsäure (+)
  • Dihydroxysäure - 2,3 butan-dioisch - (L)
  • Dihydroxysäure - 2,3 butan-dioisch - (2R,3R)
  • Butan - dioische Säure, 2-3 Dihydroxy - [R - (R*,R*)] -
  • d-alpha-beta Dihydroxybernsteinsäure

Chemische Formeln

H2C4H4O6


Form und Darbietung


Granulometrische Beschaffenheit Entsprechung
in micron
Entsprechung In uss MESH % rückestand (R)
& siebdurchlauf (P)
12-30 2000-710 10-25 R 12 : 0%
P 30 : 10%
12-50 2000-450 10-~38 R 12 : 0%
P 50 : 10%
30-50 710-450

25-~38

R 30 : 10%
P 50 : 10%
30-80 710-250 25-60 R 30 : 10%
P 80 : 10%
50-80 450-250 ~38-120 R 50 : 5%
P 80 : 10%
50-140 450-125 ~38-120 R 50 : 10%
P 140 : 5%
80-140 250-125 60-120 R 80 : 10%
P 140 : 5%

feines pulver

200
150
~70
100
R 200u < 5%
R 150u < 10%
sehr feines pulver

200
71

~70
200
R 200u < 5%
R 71u >= 30%
extra-feines pulver 71
50
200
~271
R 71u < 5%
R 50u < 10%
kristalle grobes
mittel (2-8)
klein (8-10)


Verwendung

Weinsäure findet in den Bereichen Lebensmittel, Pharmazeutik und Weinbau Verwendung. Es gibt ebenfalls zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in anderen Bereichen. .
Weinsäure L (+) wird verwendet :

• zur Säuerung von Traubenmost
• als Säuerungsmittel und Geschmacksverstärker für Bonbons, Gelees, Konfitüren, Fruchtsaftgetränke, Speiseeis, Gelatine und Teigwaren
• In Obst-, Gemüse- und Fischkonserven als synergistischer Oxydationshemmer und zur Stabilisierung des Ph-Werts, der Farbe, des Geschmacks und des Nährwerts
• in Fetten und Ölen als Oxydationshemmer zur Verhinderung von Ranzigwerden
• bei der Herstellung kohlensäurehaltiger Getränke
• in der pharmazeutischen Industrie als Grundmasse oder Träger des Wirkstoffs zur Korrektur des Basizität
• einfache Handhabung, Beständigkeit und leichte Löslichkeit machen Weinsäure zu einem gefragten Säuerungsstoff für Brausepulver und Brausetabletten
• als Emulgierungsmittel und Konservierungsstoff bei der industriellen Herstellung von Brot und Hefegebäck
• in der Zement- und Gipsindustrie als Abbindeverzögerer zur leichteren Handhabung
• Zum Polieren und Säubern von Metallen

Lagerung - Haltbarkeit

Weinsäure sollte in hermetisch geschlossener Verpackung aufbewahrt und an einem trockenen Ort vor Feuchtigkeit geschützt und unter normalen Temperaturbedingungen gelagert werden. Bei ordnungsgemäßer Lagerung ist die Verbindung beständig und verdirbt nicht im Laufe der Zeit. Es wird jedoch den geltenden Vorschriften entsprechend ein Verfallsdatum von einem Jahr angegeben. Das Produkt klumpt leicht. Es wird daher von längerer Lagerung abgeraten, insbesondere für feine Korngrößen.

Verpackung

In mehrlagigen Papiersäcken von 25 kg Nettogewicht mit Innenbeutel aus Polyäthylen.